Was ist Stress

Störende Geräusche am Arbeitsplatz, ein überfüllter Terminkalender, unkonkrete Arbeitsanweisungen, mangelnde Herausforderung und Unzufriedenheit, aber auch glückliche Ereignisse können unseren Körper unter Stress setzen. Stress bezeichnet eine körperliche und seelische Reaktion auf äußere und innere Reize (Stressoren). Jeder Mensch reagiert darauf unterschiedlich. Während den einen eine Angelegenheit relativ kalt lässt, ist ein anderer von derselben Situation extrem gestresst. Am nächsten Tag kann es wiederum genau umgekehrt sein.

Stress hat viele Gesichter. Körperlich äußert sich Stress durch Ausschüttung von bestimmten Hormonen, Erhöhung des Herzschlages, der Muskelanspannung und des Blutdrucks. Dadurch werden zahlreiche Energien freigesetzt.

Diese Stressreaktionen dienten unseren Vorfahren in der Steinzeit in Gefahrensituationen dazu, den Körper in Alarmbereitschaft zu versetzen, um dadurch ihr Überleben zu sichern. Der Körper war bereit für Kampf oder Flucht. Nachdem die Situation gebannt war, folgte die notwendige Erholungsphase. Der Körper konnte sich regenerieren und seinen Energiespeicher wieder auffüllen. In unserem Alltag reagieren wir jedoch auf Stress-Situation in der Regel anders als unsere Vorfahren. Unser Körper gerät zwar auch in Alarmbereitschaft, doch müssen wir die Zähne zusammenbeißen, weil wir uns nicht durch Kampf oder Flucht abreagieren können. Auch nach den stressigen Situationen gönnen wir uns meistens keine angemessene Erholungsphase. Die Folge ist chronischer Stress.

Ist Stress immer schädlich?
Nicht jeder Stress hat negative Auswirkungen auf unsere Gesundheit. Ein gewisses Maß an Stress braucht der Mensch, sonst kann er keine Leistung erzielen. Manche behaupten sogar, sie können nur unter Stress effektiv arbeiten.

Stressforscher unterscheiden zwischen positivem (Eustress) und negativem Stress (Distress). Eustress
Jeder Mensch braucht ein gewisses Maß an positivem Stress. Dadurch werden Erregungen und Anspannungen aufgebaut, die zur Bewältigung schwieriger Aufgaben benötigt werden. Zum Beispiel in Prüfungen oder bei sportlichen Wettkämpfen. Eustress stärkt sogar das Immunsystem. Distress Unter Distress versteht man den negativen Stress, der uns je nach Dauer und Intensität krank machen kann. Nach jeder Stress-Situation braucht unser Körper eine Erholungsphase, um neue Kräfte zu sammeln. Aus Zeitgründen nutzen wir diese Phase jedoch meistens nicht, weil schon die nächste stressige Situation direkt folgt. Unser Körper kann so die benötigte Energie nicht mehr richtig regulieren. Deshalb wird es für den Organismus immer schwerer, die folgenden Stress-Situationen zu bewältigen. Die Folge von negativem Stress ist chronischer Stress. Distress oder chronischer Stress wird jedoch nicht nur durch Überlastung verursacht, sondern kann auch eine Folge von Unterforderung sein. Fehlt die Leistungsanforderung oder ist sie zu gering, können die bereitgestellten Energien nicht abgebaut werden. Dann kommt es zu den gleichen Symptomen wie bei Stress durch Überlastung. Die Vermeidung und der Abbau von Dauerstress sind deshalb wichtige Maßnahmen, um gesund und belastbar zu bleiben.

Wie wirkt Stress auf unseren Körper?
Die körperlichen Reaktionen laufen bei positivem und negativem Stress zunächst gleich ab: Vermehrte Bildung von bestimmten Hormonen (Adrenalin und Noradrenalin), Erhöhung von Herzfrequenz und Blutdruck sowie Muskelanspannung. Die Verdauungsfunktion wird hingegen verlangsamt, hier "spart" der Körper jetzt Energie ein. Dauerstress löst bei jedem Menschen unterschiedliche Reaktionen und Befindlichkeitsstörungen aus. Bevor es zu ernsthaften stressbedingten Krankheiten kommt, sendet unser Körper Warnsignale: Unruhe, Kopfschmerzen, Magenprobleme, häufiger Durchfall, Schlafstörungen, Nervosität oder Verspannungen. Nehme diese Warnsignale ernst! Körperliche und emotionale Stress-Symptome lassen nicht von heute auf morgen nach. Es dauert seine Zeit, bis ein gestresster Mensch sein normales Gleichgewicht wieder findet. Nach extremen Phasen kann eine Erholungsphase mehrere Wochen lang andauern.