Das kretische Labyrinth

Das kretische Labyrinth mit seinen sieben Gängen ist das ursprüngliche aller Labyrinthe. Es spiegelt für mich (m)einen Lebensweg wieder.
Es zeigt auf, dass der Mensch viele Umwege lauft, bevor er in der Mitte ankommt. Das es mal RECHTS mal LINKS rum geht. Mal mehr nach INNEN mal mehr nach AUßEN.

Yin und Yang, Ein- und Ausatmen, Licht und Schatten, Ankommen und Aufbrechen.... Es hat sieben Umgänge. Die Zahl sieben ist eine ganz herausragende Zahl. Hier mal einige Beispiele für die magische Zahl sieben:
7 Chakren,
7 Planeten,
7 Weltweisen,
7 Farben des Regenbogens,
7 Weltwunder,
7 Sakramente,
7 Tage in der Woche,
7 Tugenden.....

.Für mich ist das Labyrinth ein Symbol für den Weg, den ein Mensch gehen kann. Ein bewusster Schritt ins Labyrinth ist unabdingbar. Diese Bewusstheit setzt voraus, dass ich mich entschieden habe, mich zu finden - mich zu wandeln. Ein Weg, der mir zeigt, wer ich bin.
Diesen ersten Schritt mache ich mit dem Bewusstsein, dass ich mich verändern werde und das Labyrinth als ein anderer Mensch verlasse.

Der Eingang und Ausgang sind gleich doch dazwischen liegt die Wandelung.
Dieser Weg ist ein dreiteiliges Ritual:
                                Hinweg - Mitte - Rückweg
                                              oder auch:
                        Anfänger – Fortgeschrittener – Vollendeter,
                          Meditation – Anbetung – Kontemplation,
                       Selbsterkenntnis – Gotteskenntnis – Liebe,
                          Reinigung – Erleuchtung – Vollendung,
                                    Seele - Geist - Körper

Auf dem Hinweg suche ich meinen eigenen Weg, meinen eigenen Rhythmus. Ich bin noch gebunden von dem was mich bis zu dem ersten Schritt geprägt hat.
Mit meiner Geburt beginnt mein Lebenslauf, dieser wird bestimmt von meinen Genen, meinen Eigenschaften also meinem Erbgut.
Eine starke Prägung findet dann durch meine Erziehung, somit den Konditionierungen und der Sozialisierung statt. Somit bin ich wer! Aber wer bin ich?
Ist das Ergebnis eine Zusammenfassung meiner Sozialisierung und Konditionierung? Was ist von mir echt, was erlernt oder besser gesagt, was dressiert? So begebe ich mich in das Labyrinth mit der Frage, Wer bin ich? Mir ist bewusst , dass niemand diesen Weg für mich gehen kann, es ist ein Weg der Selbsterkenntnis.

Ich weiß dass ich meinen Schattenseiten begegnen werde und die Wahrheit fühlen kann. Es ist nun mein Weg, mich zu bewegen, nach vorn, immer weiter und wahrzunehmen, was in mir ist, wer ich bin bis ich die Mitte erreicht habe.
Der Weg durchs Labyrinth besteht aus Wendepunkten.
Das sind die Punkte im Leben, die mich geprägt und berührt haben. In der Stille des Weges erfahren ich sie. Es sind heilige Augenblicke von unglaublicher Intensität. Für einen Augenblick vergesse ich Zeit und Raum und durchlebe Momente meiner Lebensbiografie. In diesen Augenblicken geschieht Wesentliches und ich bin bis in die Tiefen meiner Seele berührt.
In dieser Zeit öffnet sich etwas in mir und ich verstehe meine Verhaltensweisen, ich schaue auf den roten Faden in meinem Leben und verstehe. Ich erfahre Erleuchtung, doch gerade dieses Licht ist nicht immer das Schöne, Anmutige, Faszinierende oder Erhabene., sondern es kann auch sehr schmerzvoll, schrecklich und erschütternd sein.
Erkenntnisse von Schuld und Scham, von unglaublichen tiefen Verletzungen. Doch gerade diese Erkenntnisse - dieser Wendepunkte - bringen mich geläutert zur Mitte.

Die Mitte, hier halte ich inne, hier findet die Bearbeitung statt. Die Wendepunkte, die Erfahrung mich selbst so unglaublich intensiv wahrzunehmen. Mein Leben mit all seinen Fassetten so anzunehmen und dankbar für alles zu sein, meine Schattenseiten zu integrieren oder loszulassen, sie zu schätzen, als einen Teil von mir. Meine Schuld und auch meine Scham zu verwandeln und eine tiefe Dankbarkeit und Zufriedenheit erfahren.
Mein Lebensbuch zu verstehen und zu durchschauen.
Mich nun bewusst bereit zu machen um den Rückweg anzutreten.

Ich verlasse die Mitte als ein anderer Mensch, meine Lebensmelodie ist nun eine andere. Mein Gang, mein Rhythmus hat sich verändert. Er ist aufrichtiger, bewusster und liebevoller als zuvor. Der Weg zurück sieht völlig anders aus, die Perspektive hat sich geändert, ich sehe mit einen Augen. Meine Haltung ist eine völlig andere. So laufe ich langsam und voller Achtsamkeit Schritt für Schritt, die sieben Gänge zurück.
Es ist, als wenn ich ein völlig neuen Weg beschreite. In mir ist ein Gefühl, der unsagbaren Dankbarkeit für alles was ich erleben durfte, für jeden Schmerz und jedes Leid. Denn gerade dadurch fühle ich diese tiefe Verbundenheit, die tiefe Liebe zu allem was ist.

Genau das ist die Erfahrung, die ich erlebt habe. Das Labyrinth spiegelt meinen Weg wieder und genau diese Erfahrungen möchte ich mit dir teilen. Denn teilen heißt verwandeln, teilen heißt auch Erlösung, teilen ist das liebevolle Weitergeben meiner Mitte, damit auch du den Weg zu deiner Mitte findest.